Kap Akritas
Das Haus Kap A befindet sich an der Westküste der Halbinsel Peloponnes im Süden des griechischen Festlands. 280 m über dem Meer ruht das Haus auf einer Felskuppe und bietet durch seine exponierte Lage einen Rundumblick. Das in einem Naturschutzgebiet gelegene, mit 150 Olivenbäumen bepflanzte Grundstück ist über eine teilweise unbefestigte Straße erschlossen. Das in die Topographie eingebettete Gebäudeensemble, bestehend aus einem Haupthaus und einem Gästehaus, ist parallel zur Uferkante ausgerichtet. Haupt- und Gästehaus sind leicht versetzt zueinander platziert, wodurch in unterschiedlichen Himmelsrichtungen und somit zu unterschiedlichen Tageszeiten nutzbare Terrassen entstehen. Eingefasst wird das Gebäudeensemble von einer umlaufenden, tiefen Pergola. Sie sorgt für die Verschattung der Terrassenflächen und Innenräume. Durch die Einbettung in die Topografie zeichnet sich Kap A in der Landschaft weitestgehend als eingeschossiger Baukörper ab. Die reduzierte geradlinige Architektur kontrastiert mit ihren wenigen Elementen und Materialien die vielfältige bunte Natur. Bodentiefe Fenster erzeugen einen fließenden Übergang zwischen Innen- und Außenraum. Der Boden aus Natursteinplatten läuft von innen nach außen durch und erweitert damit die Grundfläche von 150 qm in den Außenraum. Die teilweise auskragenden Terrassen vergrößern die Aufenthaltsflächen ohne zusätzliche Fläche in der Landschaft zu versiegeln. Solarthermie und Photovoltaik ermöglichen die autarke Nutzung des Gebäudes. Über die Dachflächen und die Straße auf dem Grundstück wird Regenwasser in drei Zisternen gesammelt, welche unter anderem angelegte Grünflächen mit dem nötigen Wasser versorgen. Dem Bau von Kap A wurde eine traditionelle Bauweise zugrunde gelegt, welche im Detail weiterentwickelt wurde. An der Umsetzung waren ortsansässige Handwerker beteiligt, die zudem den Landstrich bewirtschaften und bewohnen. Dadurch war ein behutsamer Umgang mit der Natur während der Bauphase selbstverständlich. So wurden beispielsweise für den Bau entnommene Olivenbäume an anderer Stelle wieder eingesetzt und abgetragener Fels für Mauern zur Terrassierung der Topographie wiederverwendet. In enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und den Projektbeteiligten vor Ort wurde ein gemeinsames Verständnis für Kap A entwickelt.